APORIA
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lambda print 150x120cm 3+2AP / 40x50cm 6+2AP, 2012

Essay von Bastian Gehbauer



Eric Meiers Werkgruppe »Aporia«, konfrontiert uns mit einem
Ort, der den Durchgang verwehrt, keine offenen Türen,
kein Ausweg. Der Blick schweift von mächtigen Stämmen zu
kleinsten Verästelungen, man sieht verschiedene Jahreszeiten
und Vegetationen mit der immer gleichen Botschaft: Sackgasse.
Bis hierhin und nicht weiter.

Wir sind im Wald, nicht aber an dem Ort, den wir aus Märchen
und Mythen kennen, romantisch verklärt, einladend. Nein,
im Gegenteil. Schroff und abweisend erhebt sich das Gewächs.
Man möchte meinen um zu begrenzen, zu teilen zwischen dem
Drinnen und dem Draußen. Dem Vorher und dem Nachher.
Abwehrend wird Zugehörigkeit geklärt. Fast, so möchte man
meinen, sehen wir in den Motiven »Aporias« Schutzwälle einer
abstrakten Natur, die sich massiv der normierten Zivilisation
entgegenstemmen, als könnte der Wald dadurch seine Ursprünglichkeit
verteidigen, die Zeit zurückdrehen um dem
regulierenden Eingriff des Menschen zu entgehen.
Das kann er nicht, natürrlich. Eric Meier jedoch kann, wenn
auch nur mit Hilfe einer Illusion. Durch die scheinbare Willkür,
der wohlkomponierten Doppelbelichtungen, also die Überlappung
einzelner Aufnahmen entsteht ein absolutes Gewirr,
das die wohlsortierte Strenge eines gepflanzten Fichtenwaldes
konterkariert, den Kulturwald ad Absurdum führt.
Die Farblosigkeit der Motive unterstreicht diesen Gedanken,
indem sie den Abstraktionsgehalt der Arbeit erhöht. Wir sollen
uns nicht festhalten oder orientieren können an den gewohnten
Assoziationen, die der Gedanke an Wälder evoziert.

Keine grüne Lichtung, die uns die Sicht öffnet. Kein bunter Herbstwald, der
uns mit dem kommenden Winter versöhnt. Nur die Grautöne,
die wir sonst von den Auswüchsen der Industriearchitektur
kennen, breiten sich vor uns aus. Graue Mauern der Undurchdringlichkeit,
der erdrückenden Ausweglosigkeit, der Aporie.



Translation by Stephanie Tarling



Eric Meier’s group of works »APORIA« confronts us with
a place: there is no way through, no open doors, no way out. Our
observation wanders from mighty trunks to the smallest branches;
there are di!erent seasons and vegetation with the same message:
dead end. Up to here and no further.

We are in a forest but not in the place we know from fairytales
and myths, not romantic and inviting. On the contrary the
growth is harsh and repellent. We want to make a division, to
separate between the inside and the outside, before and after.
A"nity is clarified in a deterrent way. It is almost as if »APORIAS«
motives depict the ramparts of an abstract nature which are
making an embittered stand against normal civilisation, as if
the forest can thus defend its primeval state. To turn back time
to avoid the regulations imposed by man. Of course this is not
possible. However, Eric Meier is capable of this, even if he is only
creating an illusion. The apparent arbitrariness of the wellcomposed
double exposures, the overlapping of individual
pictures, creates a complete tangle which is in direct contrast to
the regimentation of a planted spruce forest and makes a complete
mockery of the cultivated forest.

The lack of colour in the motives underlines these thoughts by
heightening the abstract contents in the work. We should not be
able to hold on to or orientate ourselves to the normal associations
that the thought of forests evokes. No green glade opens the view;
no colourful autumn wood reconciles us to the approaching winter.
Only the grey shades which we commonly associate with the
excesses of industrial architecture appear before us. Impenetrable
grey walls of crushing hopelessness, of aporia.
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